Hilfe für Kinder und Jugendliche

Wenn ein Elternteil von dir psychisch erkrankt oder eine Suchterkrankung hat, beeinflusst das auch dein eigenes Leben. Du fühlst dich vielleicht unsicher oder hilflos und möchtest gerne mehr über die Situation deiner Mutter oder deines Vaters erfahren. Hier findest du Informationen, Tipps und Hilfsangebote zu diesen Themen.

Hier findet ihr Antworten auf mögliche Fragen

Viele verschiedene Dinge können dazu führen, dass Menschen psychische Probleme oder eine Suchterkrankung beommen. Es kann sein, dass deiner Mutter oder deinem Vater vor kurzer Zeit etwas passiert ist, was sie oder ihn belastet. Oder deine Eltern haben in der Vergangenheit etwas Schlimmes erlebt. Vielleicht ist ein Unglück passiert oder jemand ist gestorben.

Es kann aber auch sein, dass keine genaue Ursache zu erkennen ist. Dann kann auch Vererbung eine Rolle spielen und dazu führen, dass manche Menschen Belastungen schlechter ertragen als andere. Auch körperliche Krankheiten können zu psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen führen. 

Menschen mit psychischer Erkrankung oder Suchterkrankung kann auf ganz unterschiedliche Weisen geholfen werden. Ambulante Behandlung bedeutet, dass jemand regelmäßig eine*n Ärzt*in, Psycholog*in oder Psychiater*in besucht. Die Termine können in einem Krankenhaus oder einer Praxis stattfinden, man kann aber weiterhin zuhause leben.

Stationäre Behandlung bedeutet, dass man in einer psychiatrischen Klinik (auf einer Krankenstation) behandelt wird und dort auch nachts bleibt.

Teilstationär bedeutet, dass man tagsüber in einer Klinik behandelt wird (genannt Tagesklinik) und abends nach Hause geht.

Bei allen drei Arten der Behandlung machen die Betroffenen eine Therapie. Dabei spricht man mit Psychiater*innen oder Psycholog*innen über seine Probleme oder Gefühle. Bei diesen Gesprächen können manchmal auch die Familie oder Freunde dabei sein. Es gibt außerdem Gruppen, in denen sich Betroffene mit Menschen austauschen können, denen es ähnlich geht. Das sind sogenannte Selbsthilfegruppen. Therapie findet aber nicht nur durch Gespräche statt. Wichtig ist auch, körperlich aktiv zu sein, etwa beim Sport. Ist eine Gesprächstherapie alleine nicht ausreichend, so gibt es auch Medikamente gegen psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen.

Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen von Eltern belasten meist die gesamte Familie. Oft gibt es Streit oder man fühlt sich unwohl. Alltägliche Dinge werden für Eltern oft zu schwer und man hilft mit. Doch es ist unmöglich, alle Aufgaben der Mutter oder des Vaters zu übernehmen. Es ist wichtig, Zeit für sich selbst zu haben, Freunde zu treffen und das zu tun, was man in seiner Freizeit gerne macht.

Oft bekommt man auch Angst, selbst krank zu werden. Das kann passieren, denn jeder Mensch kann psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen bekommen. Ob man erkrankt, hängt aber von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel kann man eine Veranlagung dafür haben. Aber selbst wenn man eine Veranlagung hat, muss man nicht unbedingt krank werden.

Mehr als jeder dritte Mensch hat im Laufe seines Lebens eine psychische Erkrankung oder Suchterkrankung, die behandelt werden sollte. Noch mehr Menschen haben Angehörige mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen. Das ist kein Grund sich zu schämen. Im Gegenteil: Es tut gut, darüber zu reden, denn oft merkt man dann, dass man nicht alleine ist.

Wo finde ich Hilfe?

Mit unserem Hilfefinder kannst du durch eine Postleitzahlsuche Angebote in deiner Nähe finden. Bundesweite Hilfen / Online-Hilfsangebote findest du hier.